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Melonenförmiger Topf aus der Schenkung des Großherzogs der Toskana, Ferdinando I. de‘ Medici. Porzellan, bemalt in Unterglasur-Kobaltblau. H. 25,5 cm, D. 34,0 cm. Annam, Mitte des 15. Jahrhunderts. Inventory Number PO 1065. © Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Pot en forme de melon offert par le Grand duc de Toscane, Ferdinand 1er de Medicis.. Porcelaine, peint sous glaçure bleu de cobalt. H. 25,5 cm, D. 34,0 cm. Vietnam, XVe siècle. 

Exquisites chinesisches Porzellan war bereits mehr als hundert Jahre vor August dem Starken (1670 – 1733) nach Dresden gelangt. Im Jahre 1590 machte der Großherzog der Toskana, Ferdinando I. de‘ Medici (1549 – 1609), dem Dresdner Hof unter Christian I. von Sachsen (1560 – 1591) ein Geschenk von vierzehn chinesischen Porzellanen; acht davon haben sich bis heute in der Dresdner Porzellansammlung erhalten. Der in Unterglasurblau bemalte große Topf in ungewöhnlicher Melonenform ist in Annam bzw. Vietnam entstanden und in die Mitte des 15. Jahrhunderts zu datieren. Nach dem Beitrag von Reidemeister aus dem Jahr 1933 könnte auch dieser Topf zu dem Medici-Geschenk gehört haben. Er setzt ihn in Verbindung mit der Eintragung im Dresdner Inventar „1 große Schussel von Porcellana inwendige weiß und außenwendige mit blauen blettern gemahlet“ und äußert die Vermutung, dass dieser Topf in Florenz möglicherweise als Vorbild für die Bemalung von Medici-Porzellan gedient haben könnte. Leider findet sich auf dem Objekt kein Hinweis auf die Provenienz. Der Topf, der zwölf Rippen aufweist, ist in einzelnen dadurch gebildeten Paneelen alternierend mit stilisiertem Lotos und Ranken sowie einer Mischung stilisierter Lotos- und Chrysanthemenblüten bemalt. Zwar lässt sich der Dekor des Topfes auf chinesische Modelle aus der Produktion von Jingdezhen zurückführen, weicht jedoch charakteristisch davon ab; auch die Melonenform ist eher typisch für die annamesische Herkunft. Ein wichtiges Vergleichsstück ist ein großer Topf aus dem Topkapi Serail Museum, der mit einer 1450 datierten Aufschrift versehen ist. Die vietnamesische Aufschrift mit chinesischen Zeichen besagt, dass der Topf „aus Vergnügen von der Töpferin Bui aus Nam-zi-zhou im achten Jahr der Ära Thai-hoa bemalt wurde“. Nam-zi- zhou ist die Bezeichnung für Annam, die Jahresangabe entspricht 1450“. (Aus: Giambologna in Dresden, Die Geschenke der Medici. Dresden 2006, S. 103 - 110)